Wia-mor s donggle a schreibd
Sie möchten auf eine gute Weise schwäbisch schreiben? Dann heiße ich Sie herzlich willkommen auf dieser Seite! Auf ihr geht es um das dunkle a.
Das dunkle a = å ist aus einem in altdeutscher Zeit langen a entstanden.
Die genau gleiche Entstehung liegt bei dem å der skandinavischen Sprachen vor.
Das dunkle å ist kein o, sondern eindeutig ein a-Laut.
Man merkt es auch am Umlaut des å: Sein Umlaut ist das ä, wie zum Beispiel in Schåf>Schäfle Schäfchen oder Håga>Hägle Häkchen. Das o dagegen hat hochdeutsch den Umlaut o, schwäbisch den Umlaut e, zum Beispiel in Ofa>Efa Öfen oder Boda>Beda Böden.
Das in altdeutscher Zeit kurze a dagegen blieb im Schwäbischen ein helles a, auch wenn es inzwischen lang wurde, wie zum Beispiel in Glas oder Dag Tag. Auch hier finden wir als Umlaut im Schwäbischen eindeutig ein ä.
Ein charakteristisches Klangmerkmal der schwäbischen Sprache
Das å trägt mit seinem charakteristischen Klang einen wesentlichen Teil zum Klang der schwäbischen Sprache bei. Es findet sich als Vokal å in vielen und häufigen schwäbischen Wörtern, und ebenso als Diphtong åe/åa (zentralschwäbisch åe, südwestschwäbisch åa). Beispiele:
Schåf Schaf, schlåfa schlafen, måla malen (nicht mahlen), då hier, må wo, Råthaus Rathaus usw.
I wåes ich weiß, se håesed sie heißen, Dåel Teil, Råefa Reifen, Såef Seife.
Ortsnamen: Zentralschwäbisch Åechlbärg Aichelberg, Råedwanga Raidwangen, Wåebleng Waiblingen, Dåelfeng Tailfingen, Schnåed Schnait usw., südwestschwäbisch Kåa Kayh, Måasabach Maisenbach, Zåana Zainen, Albstadt-Dåalfenga Tailfingen usw.
Schreibung des å mit dem Computer
Mit der Tastatur Ihres Computers ist das å "hobfaleichd" kinderleicht zu schreiben:
1. Zunächst die Tasten „STRG“ und „ALT“ zeitgleich gedrückt halten (so wie Sie es machen, um @ zu schreiben).
2. Dann links oben die Taste mit dem Kreiszeichen ° drücken und anschließend alle Tasten wieder loslassen.
3. Jetzt einfach die Taste "a" drücken - und fertig ist das å.
4. Jetzt mal testen: Schreiben Sie Schåf Schaf, är hådd er hat, i wåes ich weiß.
Schreibung des å auf dem Smartphone
Auch mit Ihrem Smartphone ist das å "hobfaleichd" kinderleicht zu schreiben:
1. Mit dem Finger zunächst auf dem Buchstaben a bleiben. Dann ploppt das Feld mit allen europäischen Sonderschreibungen für a auf.
2. Fahren Sie mit ihrem Finger auf das å und bleiben Sie kurz darauf.
3. Voilà, das war´s schon - Sie finden in Ihrem Text das å geschrieben.
4. Jetzt mal testen: Schreiben Sie Schåf Schaf, är hådd er hat, i wåes ich weiß.
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Schwäbisches und skandinavisches å
Auch in den skandinavischen Sprachen entstand aus einem alten langen a das heutige dunkle å.
Besonders verblüffend ist der Vergleich mit dem Schwedischen:
schwäbisch | schwedisch | deutsch |
blåsa, måla, blåga | blåsa, måla, plåga | blasen, malen, plagen |
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Schwäbische Autoren mit der Schreibung å
Schon der Schreiber des allerersten schwäbischen Wörterbuchs, Anton Birlinger (1834-1891) wählte diese internationale Schreibung. Er schreibt auf den ersten Seiten seines "Schwäbisch-Augsburgischen Wörterbuchs": "Ich wäle wie herkömlich das Zeichen å dafür". Auch der weitgereiste Tübinger Sprachprofessor und Schwäbisch-Dichter Karl Moritz Rapp (1803-1883) wählte sie. Heute gehören im Schwäbischen der Autor Eduard Huber und der renommierte Dialektforscher Hubert Klausmann zu ihren wichtigsten Vertretern.
Auch bei vielen bayrischen Autoren findet sich diese Schreibung als klare Alternative zur Doppelschreibung aa oder zur Fehlschreibung o gebraucht.
Als Fehlgriffe muss man leider die Verwendung des Buchstabens å bei Roland Groner und bei Rudolf Paul bezeichnen. Beide Autoren haben offensichtlich keine Ahnung davon, wofür in Europa å verwendet wird. |
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In schwäbischen Mundartbüchern trifft man auf ein schreckliches Schreibchaos für das dunkle a. Die einen schreiben hilflos ein nacktes o. Andere versuchen sich mit frei erfundenen wilden Schreibungen wie ó, ò, ô und sogar òò. Nochmal andere kombinieren (oh je!) mit h ein óh, òh oder oh´. Das alles zeigt nur den fehlenden sprachlichen Weitblick. Beispiele, die ich in der schwäbischen Mundartbüchern gefunden habe:
du hosch, hôsch, hósch, hòsch er hot, hôt, hòt, hót
Doig, Dòig, Dóig Schof, Schôf, Schòf, Schòòf, Schóf, Schoh´f
Schwoba, Schwôba, Schwòba, Schwóba schlofa, schlôfa, schlòòfe, schloh´fa
Auch die Stuttgarter Zeitung und die mit ihr verbundenen Zeitungen (sie gehören alle zur gleichen Verlagsgruppe) zeigen in ihrer Rubrik "Auf gut Schwäbisch" dieses Schreibchaos. Sie lehnen es ab, eine auch nur gemäßigte Leitlinie für die Schreibung des Schwäbischen anzuwenden. Es stünde diesen Zeitungen besser an, geistige Größe zu zeigen und als literarische Leitmedien die mundartliche Bildung zu fördern. Statt dessen führen sie nur die Hilflosigkeit ihrer Leserbriefschreiber/innen vor. Es ist inhaltlich gut und originell, was ihre Leser/innen schreiben, aber deren hilflose Schreibung schmerzt!
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