Schwäbische Grammatik 



Gesamtschwäbische Grammatik

Die grammatische Ausprägung des Schwäbischen erfolgte im gesamten schwäbischen Sprachraum gemeinsam, vom Schwarzwaldkamm im Westen bis hin zum Lech im Osten. Diese Grammatik ist das einheitliche Fundament des ganzen schwäbischen Sprachraums.

Schwäbisch ist als Sprache sehr gut darstellbar, auch grammatikalisch. Zwar wird es meist als Dialekt diskriminiert und abqualifiziert. Es ist aber weit mehr. Schwäbisch ist eine vollwertige Sprache. 

Was regional variiert, ist der Klang der Aussprache; auch können einzelne Orte ein paar andere landwirtschaftliche Wörter haben als ihre Nachbarorte. Das war´s dann aber schon zum Thema: "Dia emm Nachbarort hend fae a ganz andors Schwäbisch wia mir!" Die Grammatik ist überall die gleiche.



Schwäbisch und Oberdeutsch

Der oberdeutsche Sprachraum (im Bild links dunkelgrün) hat eine gemeinsame Sprachgeschichte. In altoberdeutscher Zeit (ca. 750-1000 n. Chr.) herrschte hier eine gemeinsame Sprache. Aus ihr haben sich die drei Nachfolgesprachen Alemannisch, Bairisch-Österreichisch und Schwäbisch entwickelt. Diese Sprachen teilen deshalb bis heute viele grammatikalische Elemente, durch die sie sich gemeinsam vom heutigen Neuhochdeutschen unterscheiden. 

Zahlreiche Erkenntnisse über schwäbisch-bairischen Gemeinsamkeiten lassen sich unschwer erkennen durch einen Vergleich der schwäbischen Grammatik mit dem Buch von Ludwig Merkle, "Bairische Grammatik".



Die Hauptregel für die schwäbische Grammatik lautet:

Die schwäbische Grammatik steht nicht für sich. Sie ist Teil der
weitgehend gleichen Grammatik des ganzen oberdeutschen Sprachraums.




Schwäbisch und Hochdeutsch 

Die Angaben zur Grammatik des Hochdeutschen auf dieser Homepage beruhen auf dem Duden Band 4: "Duden – Die Grammatik".

Die Angaben zur Grammatik des Hochschwäbischen sind durch die Nachweise und Anmerkungen in meinem Buch „Schwäbisch Band 2. Die Grammatik" belegbar. 

In älteren wie jüngeren Schwäbisch-Büchern trifft man leider nur auf wenige kurze und vereinzelte Beobachtungen zur Grammatik. Zu finden sind solche vereinzelten Beobachtungen zum Beispiel in Friedrich E. Vogt, "Schwäbisch in Laut und Schrift"; Eduard Huber, "Schwäbisch für Schwaben", sowie Eduard Groner, "Gschriebå wiå gschwätzt". Einzig Ludwig Theodor Knauß, "Versuch einer schwäbischen Grammatik", bietet etwas mehr Material. 

Die Grammatik des Schwäbischen kann zudem mit der Grammatik des Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen in Beziehung gesetzt werden. Diese Sprachstufen sind in den germanistischen Standardwerken von Braune/Heidermanns, "Althochdeutsche Grammatik" und von Hermann Paul, "Mittelhochdeutsche Grammatik" dargestellt.

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