Die Grammatik der Adjektive
D Fläxio vo de Adjägtiv
Adjektive
Wie die Substantive Hauptwörter werden auch die Adjektive Eigenschaftswörter flektiert gebeugt. Sie erhalten Endungen angehängt, die sich nach dem Genus Geschlecht des Substantives richten, nach dem Numerus Einzahl, Mehrzahl und nach dem Kasus Fall.
Die Adjektive Sie beschreiben die Eigenschaften der Substantive, z. B. "ein schönes Haus", schwäbisch "a schees Haus". Sie merken hier sofort: Schwäbisch ist auf diesem Gebiet irgendwie anders. Das Adjektiv hat hier im Nominativ und Akkusativ Singular Neutrum eine Silbe weniger. Im Verbaladjektiv "brådes Flåesch" gebratenes Fleisch sind es gleich zwei Silben weniger. Und dann ist da in der Endung auch kein n zu finden. Nach welchen Regeln geht das? Die Sache wird spannend.
Die Flexion der Adjektive im Schwäbischen
Das Hochschwäbische besitzt ein eigenständig ausgeformtes System der Endungen bei Adjektiven, sowohl bei der starken wie bei der schwachen Flexion. Die Endungen sind nur auf den ersten Blick mit dem hochdeutschen System vergleichbar. Aber die Zuordnungen der Endungen zu Genus und Kasus ist hochschwäbisch und hochdeutschen unterschiedlich. Im Schwäbischen geht die Flexion nach gut beschreibbaren grammatikalischen Regeln. Und: Diese Grammatik ist im ganzen schwäbischen Sprachgebiet einheitlich. Ein Beispiel:
schwäbisch | hochdeutsch quasi | |
Einzahl | a laanga Sdråß | eine langen (!) Straß |
Mehrzahl | laange Sdråßa | lange Straßen |
Das wissenschaftliche Problem
Die Flexion der Adjektive und ihre im gesamten Schwäbischen geltenden, vom Hochdeutschen klar unterschiedenen Regeln hat bisher niemand wahrgenommen und erforscht. Entsprechend herrscht hier in der Germanistik eine völlige Agnosie. Auch ist völlig unklar, ob es für den gesamten oberdeutschen Sprachraum eine gemeinsame spezifische Deklination der Adjektive gibt.
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