Die Substantive der R-Klasse

Wortbestand

In dieser Deklinationsklasse finden sich
> weit überwiegend sächliche Substantive (z. B. Haus, Rad, Volk)
> nur wenige männliche Substantive (z. B. Mann, Wald, Stein)
> keinerlei weibliche Substantive


Deklination

> Im Singular sind die Wörter dieser Deklinationsklasse endungslos.
> Im Plural tragen sie die Endung "or" bzw. "r" (siehe unten: zur Aussprache der Plural-Endung); 
     umlautfähige Stammvokale werden umgelautet.
> Im Diminutiv werden umlautfähige Stammvokale ebenfalls umgelautet. 

Anmerkung: Im genuinen Schwäbischen besitzen etliche Wörter mehr die Plural-Endung "er" als im Hochdeutschen, z. B. Beddor Betten, Hefdor Hefte, Hemmedor Hemden. Das Hochschwäbische hat bei ihnen noch die ursprüngliche Pluralendung -er sprachgeschichtlich korrekt erhalten. 

Es ist das Hochdeutsche, das einer ganzen Reihe sächlicher Wörter im Lauf der Zeit statt -er andere Pluralendungen aufdrückte, vorzugsweise -e, zum Beispiel: Kamel-e, Reh-e, Seil-e, Tier-e (süddeutsch ursprünglich Kamel-er, Reh-er, Seil-er, Tier-er). Bis um etwa 1900 war auch schwäbisch öfters noch für diese Wörter die Pluralendung -er in Gebrauch, was sich in der Mundartliteratur jener Zeit nachweisen lässt. Sie ist aber seitdem durch den hochdeutschen Sprachdruck vollständig zu -e verschoben worden.  


Aussprache der Pluralendung

Zentralschwäbisch und ostschwäbisch wird die Plural-Endung mit einem zwar nur leichten, aber dennoch hörbaren "o" gesprochen. Südwestschwäbisch entfällt dieses "o", dafür wird das "r" silbisch, teilweise auch als rollendes r gesprochen. 

Im Hochdeutschen wird die schriftdeutsche Endung "er" nicht (!) "er" gesprochen, sondern verballhornt als bloßes "a", z. B. Bücha Bücher, Schüla Schüler, schnälla schneller, höa höher, waita weiter usw. Alle diese Aussprache-Beispiele sind dem Aussprache-Duden entnommen! Eine solche flache Aussprache verdient nicht die Bezeichnung Hochdeutsch, sondern schlicht Flachdeutsch, auch wenn sie aus dem Duden stammt!.   

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