Schreibung der Nasalvokale
Wia-mor d Nasalvokal schreibd
Sie möchten auf eine gute Weise schwäbisch schreiben?
Dann heiße ich Sie herzlich willkommen auf dieser Seite! Auf ihr geht es um die Nasalvokale. Diese tragen mit ihrem charakteristischen Klang einen wesentlichen Teil zum Klang der schwäbischen Sprache bei. Sie finden sich in sehr vielen schwäbischen Wörtern. Beispiele:
Nasalvokal a: Mã Mann, Nãs Nase, Nãma Name, nã hin, drã daran, mãna mahnen
Nasalvokal o: Mõ Mond, nõ noch, dazuhin, Tõ Ton, Sõ Sohn
Nasalvokal ẽ: Gẽged Gegend, dẽga denken, Tẽ Töne, hẽ hin, kaputt
Die Nasallaute ã und ẽ sind im Verhältnis zu ihren Klarlauten Phoneme, da sie Wörter mit unterschiedlichem Sinn unterscheiden. Beispiele: nã hin - naa hinab; Gãs Gans - Gas Gas; Tẽ Töne - Tee Tee.
Schwäbisch und Französisch hier verwandt: In beiden Sprachen sind Klarvokale und Nasalvokale zueinander Phoneme. So bedeutet im Französischen zum Beispiel "beau" (gesprochen "bo" mit Klarvokal o) schön; dagegen bedeutet "bon" (gesprochen "bõ" mit Nasalvokal õ) gut.
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Schreiben der Nasalvokale mit der Computertastatur
Mit der Tastatur deines Computers kannst du die häufigen Nasallaute ã und õ hobfaleichd kinderleicht schreiben. Hinweis: Die kleinen Bilder kannst du durch Anklicken vergrößern.
1. Zunächst links die Tasten „STRG“ und „ALT“ zeitgleich gedrückt halten (so wie Sie es machen, um @ zu schreiben). |
Eine Schreibung der seltenen e- und i-Nasalvokale geht in Word leider nur über das Menü "Sonderzeichen einfügen".
Schreiben der Nasalvokale auf dem Smartphone
Auch die Schreibung der Nasalvokale ã und õ mit deinem Smartphone geht hobfaleichd kinderleicht:
1. Mit dem Finger zunächst auf dem Buchstaben a bzw. o bleiben. Dann ploppt das Feld mit Sonderschreibungen für a bzw. o auf. |
Eine Schreibung der seltenen Nasalvokale ä, e und i auf dem Smartphone ist leider nicht möglich.
Schwäbische Autoren mit der Schreibung der Nasalvokale als ã, õ und ẽ
Die Schreibung mit Tilde wählte als einer der ersten der weitgereiste Tübinger Sprachprofessor und Schwäbisch-Dichter Karl Moritz Rapp (1803-1883). Ebenso wählte Adolf Grimminger (1827-1909), nicht nur Dichter, sondern als Opernsänger viel in Europa gereist. Heute gehören zu den bekanntesten Vertretern dieser Schreibung Roland Groner, Schulleiter i.R. in Balingen und der Autor Eduard Huber, Gymnasiallehrer i.R.
Das Schreibchaos in Büchern und Zeitungen
Fast alle Mundartbücher zeigenein chaotisches Durcheinander von Schreibweisen für die Nasalvokale.
Entweder sie schreiben nur a, e und o, und die Nasalvokale sind dann nicht erkennbar. Oder man trifft auf frei erfundene phantasievolle Akzentschreibungen, teils á, à, â, a´, a´h, teils ê, e´h, ee, teils ó, ò, o´h. Selbst das gibt es häufig: Ein und derselbe Autor schreibt innerhalb eines Buches das gleiche Wort mal so, mal anders. Halten sie ihre schwäbischen Leserinnen und Leser für so dumm?
Auch die Zeitungen im Großraum Stuttgart zeigen in ihrer täglichen Rubrik "Auf gut schwäbisch" das gleiche Problem. Diese Zeitungen gehören alle zum gleichen Verlag und lehnen es kategorisch ab, auch nur eine moderate Leitlinie für die Schreibung anzuwenden. Soll das "gut schwäbisch" sein? Für die Druckmaschinen der Zeitungen wären europäische Buchstaben keinerlei Problem. Diese verfügen heutzutage über alle europaweiten Buchstaben. Warum nutzen die Zeitungen dieses Potenzial nicht? Halten sie ihre schwäbischen Leserinnen und Leser für so dumm?
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