Die Substantive der L-Klasse
Wortbestand
Zu dieser Deklinationsklasse gehören alle Substantive mit dem historischen Augment "el" wie zum Beispiel Gabel, Löffel, Schüssel usw., bei denen das l Teil des Wortstammes ist. Es handelt sich ausschließlich um männliche und weibliche Substantive.
Sächliche Wörter gibt in der L Klasse nicht. Bei den sächlichen Wörtern Beil, Seil, Teil usw. ist das l Teil des Wortstammes; die sächlichen Wörter Kabel, Model und Segel Lehnwörter fremder Herkunft.
Aussprache
Das e vor dem l wird nicht mehr gesprochen, weder schwäbisch noch hochdeutsch! In altdeutscher Zeit (ca. 750-1050 n. Chr.) lauteten die Augmente noch je nach Wort al, ol und ul. Sie alle waren bis zum Ende der altdeutschen Zeit zu el verflacht.
Deklination
> Im Singular und Plural tragen alle Substantive das Augment l.
> Im Plural gilt:
a.) Die männlichen Substantive bleiben endungslos; ihr Stammvokal wird zu meist umgelautet.
b.) Die weiblichen Substantive erhalten die Endung "a"; ihr Stammvokal wird nicht umgelautet
> Im Diminutiv wird vor der Diminutivendung immer ein Fugenlaut eingeschoben.
Beispiele
Geschlecht | deutsch (geschrieben) gesprochen | schwäbisch |
männlich | (Löffel) Löffl > Löffl > Löffelchen | Leffl > Leffl > Leffale |
weiblich | (Gabel) Gabl > Gabeln > Gäbelchen | Gabl > Gabla > Gäbale |
Woher kommt das Wort "Meedale"?
Durch die grammatikalische Analyse der E-Deklination und der L-Deklination kann erstmalig ein klarer Nachweis zum schwäbischen Diminutiv Meedale (deutsch salopp in etwa "Macke", "Tick") erbracht werden:
Das Wort "Meedale" kommt nicht von "Mode" her. Das Wort "Mode" gehört zur E-Deklination - und deren Wörter schieben im Diminutiv keinen (!) Aussprachevokal ein.
Das Wort Meedale kommt von "Moodl" her (eine Holzform zum Aufdruck von Bildern auf Gebäck) her. Dieses Wort gehört zur L-Deklination, und deren Wörter schieben im Diminutiv, und das ist entscheidend!, einen Aussprachevokal ein!
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